Der Planet ruft SOS

– ein Jugendprojekt für kreative Lösungen zur nachhaltigen Entwicklung

Unser Beitrag zum Weltaktionsprogramm „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und zur Umsetzung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung. Gegen rücksichtslosen Konsum, Müllberge und Umweltverschmutzung, Artensterben und soziale Ungerechtigkeiten.

Jetzt sind wir am Zuge – Wir Menschen müssen unser Verhalten nachhaltig ändern, wenn wir noch die Kurve kriegen wollen.

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17 Ziele für nachhaltige Entwicklung


Das Jugendprojekt „Der Planet ruft SOS“ hat eine Laufzeit von einem Jahr und wird von dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg gefördert, im Rahmen des Förderprogramms „Beispielhafte Projekte für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Es wird durch die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) betreut. Im Mittelpunkt des Projektes stehen die für die Nachhaltigkeitsstrategie in Baden-Württemberg wichtigen Themen wie Energie und Klima, ressourcenschonender Konsum und Lebensstil, Mobilität, Digitalisierung und nachhaltige Integration.

KLIMAWANDEL

Die Lebensweise in vielen Ländern, auch in Deutschland, ist geprägt von hohem Konsum von Gütern, Energie, Ressourcen. Dementsprechend wachsen Müllberge und Umweltverschmutzung, immer mehr Naturkatastrophen finden statt, Arten sterben aus, soziale Ungerechtigkeiten spitzen sich zu und die Lebensgrundlage von Menschen in anderen Ländern ist gefährdet, während es uns immer besser geht. Die Welt, wie wir sie kennen, gerät zunehmend aus dem Gleichgewicht. All dies auf den Klimawandel zu schieben, gegen den der Einzelne scheinbar machtlos ist, das ist zu einfach. Wir sind am Zuge! Wir Menschen müssen unser Verhalten nachhaltig ändern, wenn wir noch die Kurve kriegen wollen.

NACHHALTIGE ENTWICKLUNG

Voller Überzeugung sprechen viele darüber, denken dabei aber leider oft nur an das eigene Unternehmen, die eigene Stadt oder das eigene Land. Immer noch zu selten wird der Begriff global verstanden und umgesetzt. Das Ziel der nachhaltigen Entwicklung ist es aber, allen Menschen der ganzen Welt sowie allen nachfolgenden Generationen, chancengerechte Entwicklung, ein Leben in Frieden und ein dauerhaft tragfähiges Ökosystem zu ermöglichen. Folgende Definition der intergenerativen ökologischen Gerechtigkeit wurde in allen danach vereinbarten Internationalen Umweltabkommen übernommen:

„Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.“
( Brundtland-Bericht, 1987)

BILDUNG

Es ist nicht immer einfach zu sehen, welche Konsequenzen das eigene Handeln hat. Ursache und Wirkung der menschlichen Handlungen liegen nämlich zeitlich und räumlich oft weit auseinander. Um Verantwortung übernehmen zu können benötigt man das Wissen darüber. Bildung ist der Schlüssel zu all dem.
„Bildung ist die mächtigste Waffe, um die Welt zu verändern.“ (Nelson Mandela)

2015 hat die UNESCO das Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ausgerufen. Gemeint ist eine Bildung, die Menschen dazu in die Lage versetzt, zukunftsfähig zu denken und zu handeln. Das fünfjährige Programm (2015-2019) strebt die strukturelle Verankerung von BNE in allen Bildungsbereichen an. Es leistet einen wesentlichen Beitrag zur „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“, die im Herbst 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedet wurde. Die Agenda 2030 bildet die Grundlage für globalen wirtschaftlichen Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit, dies im Rahmen der ökologischen Grenzen der Erde. Sie beinhaltet 17 Nachhaltigkeitsziele, die so genannten Sustainable Development Goals (SDGs). Die Rolle von Bildung zur Erreichung dieser Ziele ist fundamental.

„Bis 2030 sicherstellen, dass alle Lernenden die notwendigen Kenntnisse und Qualifikationen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung erwerben, unter anderem durch Bildung für nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Lebensweisen, Menschenrechte, Geschlechtergleichstellung, eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit, Weltbürgerschaft und die Wertschätzung kultureller Vielfalt und des Beitrags der Kultur zu nachhaltiger Entwicklung.“ (Unterziel 4.7 der SDGs)

Am 20. Juni 2017 wurde in Deutschland der Nationale Aktionsplan zur Umsetzung des UNESCO-Weltaktionsprogramms verabschiedet, mit dem Bestreben Bildung für nachhaltige Entwicklung strukturell in der deutschen Bildungslandschaft zu verankern. Das Förderprogramms „Beispielhafte Projekte für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung“ greift diese Entwicklungen auf und versteht sich als wichtigen Beitrag zum dem Weltaktionsprogramm in Baden-Württemberg. Durch innovative Projekte sollen Groß und Klein dazu befähigt werden, verantwortungsvoll zu handeln im Sinne einer gerechten und zukunftsfähigen Gestaltung des eigenen Lebens, der Gesellschaft und der Welt.

Diese Intention verfolgt nun INTEGRA im Rahmen des Projektes „Der Planet ruft SOS“ – ein Jugendprojekt für kreative Lösungen zur nachhaltigen Entwicklung.

DER PLANET RUFT SOS

Im INTEGRA-Zentrum treffen sich viele Menschen unterschiedlichster Herkunft mit den unterschiedlichsten Sprachen.
Um sie alle erreichen zu können richtet sich das Projekt an dem Bereich des non-formalen und informellen Lernens/Jugend des Nationales Aktionsplans BNE aus. Unter Handlungsfeld V steht folgendes:

„In ihren Bildern und Narrativen zeigt sich die Kultur einer Gesellschaft. Sie prägen das individuelle und kollektive Handeln und sind Grundlage informeller Bildungsprozesse. Die Transformation unserer Gesellschaft braucht neue Narrative, um Zukunftsbilder und Vorstellungswelten zu erarbeiten, auf die BNE gerichtet ist. So können bestehende Handlungsmuster verändert und neue Wege eines veränderten nachhaltigen Handelns eröffnet werden. Kraftvolle Bilder und Erzählungen tragen maßgeblich dazu bei, die Wirkungspotenziale von BNE für die Transformation der Gesellschaft zu entfalten.“

Internationaler Umwelt-Karikaturenwettbewerb

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte und kennt darüber hinaus keine Sprachbarrieren. INTEGRA möchte die Kraft der Bilder nutzen, um Menschen mit und ohne Migrationshintergrund anzuregen, sich mit den Themen der BNE auseinanderzusetzen und für nachhaltiges Handeln zu sensibilisieren.

Zusammen mit DonQuichotte e.V. (Verein zur Förderung der Kunst) und dem Künstler Erdogan Karayel wird ein internationaler Umwelt-Karikaturenwettbewerb über das Internet zum Thema „Der Planet ruft SOS“ durchgeführt. Die eingereichten Arbeiten werden von einer internationalen Jury auf ihren Gehalt bezüglich der Dimension der Nachhaltigkeit und des künstlerischen Ausdrucks überprüft. Die Vernissage wird in Form eines Kunstfestes gestaltet. Wichtig ist uns dabei die Mitwirkung von Jugendlichen und die Einbeziehung unseres Netzwerkes. Die Ehrung der Preisträger samt Videokonferenz mit den drei Finalisten stellt einen Höhepunkt der Vernissage dar.

Die Ausstellung wird von Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund für Jugendliche und Erwachsene aufbereitet, u.a. in Form von Führungen, didaktischem Material, eigenen Kunstwerken und einer Ausstellung zu Projektende. Das Material wird vor, während und nach der Ausstellung erstellt, erprobt und ergänzt. Zugleich können sich die Jugendlichen beim künstlerischen Projektleiter und über das Internet, im Kontakt mit Karikaturisten aus aller Welt, im Zeichnen üben. Workshops zum Zeichnen-Lernen werden von Herrn Karayel im Einklang mit den Vorschlägen des Nationalen Aktionsplans zu dem non-formalen und informellen Lernen, sowie nach kunstpädagogischen Konzepten gemeinsam mit den Jugendlichen geplant und durchgeführt.

Sich künstlerisch mit BNE-Themen auseinanderzusetzen hilft Jugendlichen umzudenken, hin zu einem verantwortungsvollen und zukunftsfähigen Lebensstil. Durch die Mitarbeit im Projekt werden sie darüber hinaus dazu befähigt, als Multiplikatoren anderen Menschen die Bedeutung der BNE nahezubringen. Jugendliche mit guten Deutschkenntnissen unterstützen dabei geflüchtete Jugendliche und tragen so zu einer sozial gerechten Entwicklung bei. Die geflüchteten Jugendlichen stärkt dies, da sie sich trotz geringer Deutschkenntnisse einbringen können. Die Kunstwerke und das didaktische Material werden anschließend im Rahmen einer Wanderausstellung in Baden-Württemberg eingesetzt. Diese Ausstellungen ermöglichen es vielen Betrachtern, sich mit den Themen der Nachhaltigkeit emotional auseinanderzusetzen, was für das Umsetzen und das Handeln oft wirksamer ist, als ein rationaler Vortrag oder eine Ermahnung, ressourcenschonender zu leben.