InterFil – ein Projekt zur Förderung der Anerkennungskultur und der Toleranz durch MultiplikatorInnen als Brückenbauer zwischen Neuzugewanderten und integrationsskeptischen Personen.

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Worum geht es im Projekt?

Die Zahl der Flüchtlinge und EU-Binnenwanderer ist in den letzten Jahren stark angestiegen. In der Konsequenz können wir beobachten, dass BürgerInnen einerseits mit großer Hilfsbereitschaft, andererseits aber mit steigender Ablehnung gegenüber „Fremden“ reagieren. Interessanterweise stehen nicht nur Teile der BürgerInnen ohne Migrationshintergrund, sondern auch Teile der BürgerInnen mit Migrationshintergrund den neu Angekommenen kritisch gegenüber. Diesen negativen Tendenzen wollen wir entgegentreten. Den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen soll der Dialog ermöglicht werden.

Laufzeit und Förderung

Das Projekt „InterFil“ von INTEGRA hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird durch das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) gefördert.

Vorgehensweise

Zunächst wollen wir vorhandene Kontakte zu Vereinen aller Art nutzen bzw. neue Kontakte knüpfen. Kontakte bestehen bereits zum Vereinsring Plattenhardt und zum Vereinsring Bonlanden. Dadurch wollen wir Menschen, die der Migration und Integration skeptisch gegenüber stehen, erreichen und mit ihnen in einen Dialog treten. Auf diese Weise soll ein Perspektivwechsel angebahnt werden. Schließlich werden die Menschen in die Integrationsarbeit miteinbezogen. Dabei geht es nicht nur um „alteingesessene“ BürgerInnen ohne Migrationshintergrund, sondern auch um Vereine/Personen mit Migrationshintergrund.

Wir werden einen quantitativen Fragebogen erstellen, um die Ursachen für Migrationsskepsis zu ermitteln. Die Universität Tübingen unterstützt uns bei der Entwicklung des Fragebogens.

INTEGRA wird in der Funktion des „Brückenbauers“ handeln. Mentorinnen/Mentoren (interessierte Privatpersonen, Personen aus Vereinen und Migrantenorganisationen und von INTEGRA) werden als Brückenbauer in 4-er Teams zusammenarbeiten und den Kontakt zu den Vereinen und Migrantenorganisationen, aber auch zu interessierten Privatpersonen aufbauen. Die Mentorinnen/Mentoren erhalten Schulungen („Erlernen des Handwerkzeugs“) und regelmäßige Supervision.

Außerdem werden regelmäßig Workshops im Bereich „interkulturelle Öffnung der Vereine“ für alle interessierten Filderstädter Vereine und Migrantenorganisationen stattfinden. Zudem werden Begegnungs- und Freizeitangebote bei INTEGRA oder bei den jeweiligen Vereinen angeboten. „Marktplatzgespräche“ mit INTEGRA in Kooperation mit den Vereinen und den Brückenbauern bieten Möglichkeiten mit vielen Menschen in Kontakt zu kommen.

Im 3. Projektjahr soll die Arbeit der Brückenbauer in einer Broschüre dokumentiert werden. Dies dient dem Zweck, einerseits eine Vorbildfunktion für interessierte Akteure zu erfüllen und diesen andererseits auch Orientierung für ihre Konzeptentwicklung und ihr Handeln zu geben. Das Projekt endet mit einem Kongress, auf dem die geleistete Arbeit gemeinsam mit den Partnern vorgestellt werden wird.

Diese Vorgehensweisen soll es ermöglichen, Widersprüche im Spannungsfeld zwischen den Kulturen anzusprechen, zu diskutieren und schließlich zusammen an gemeinsamen Zielen zu arbeiten.

Beispiele für die aufzulösenden Widersprüche sind:

  • zusammen leben – gemeinsam gestalten
  • Tradition pflegen – offen sein für Neues
  • Identität stiften – Vielfalt leben
  • Vertrautes als Fundament – Neues als Chance
  • Kulturelle Identität – Kultur im Wandel

Dabei ist es wichtig, keine falsche „political correctness“ an den Tag zu legen.

Offene Meinungsäußerung ohne Herabsetzung und Beleidigung des Gegenübers sollen möglich gemacht werden.

Nicht zuletzt können dabei auch Bedenken und Ängste ausgesprochen werden. Grundlage des Dialogs ist es, dem Gegenüber mit Respekt zu begegnen.

Ziel des Projekts

Im Verlauf des Projekts soll eine Strategie entwickelt werden, wie man geplant, zielorientiert und nachhaltig mit migrations- und integrationsskeptischen Personen ins Gespräch kommen kann.