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Ein Projekt zur Stärkung der Persönlichkeit für Mädchen von Mädchen

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„ICH bin ICH – Mädchen aus aller Welt entdecken sich“ ist ein Projekt zur Stärkung der Persönlichkeit von jungen Mädchen und ihren Müttern. 

Warum wollen wir, von INTEGRA, uns dem Selbstwertgefühl von Mädchen widmen?

Immer noch bestehen Chancenungleichheiten zwischen Jungen und Mädchen, Männern und Frauen. Mädchen werden weltweit benachteiligt und diskriminiert, nur weil sie Mädchen sind. Nicht nur in fernen Ländern geschieht dies, sondern auch in unserer Gesellschaft. Die Geschlechterrollen haben sich zwar verändert, Frauen und Männer sind auf dem Papier gleichberechtigt, dennoch ist der Umgang zwischen den Geschlechtern geprägt von Klischees, traditionellen Rollenbildern und Rollenzuschreibungen, die uns die Medien vorgeben. Dadurch entstehen widersprüchliche Anforderungen, die es Mädchen nicht immer leicht machen, ihren eigenen Weg zu finden. Mädchen mit Migrationshintergrund haben es dabei oft noch schwerer, da sie den Ansprüchen unterschiedlicher Kulturen gerecht werden sollen.

Seit vielen Jahren schon unterstützt INTEGRA Migranten- und Flüchtlingsfamilien dabei, in unserer Gesellschaft anzukommen und am öffentlichen Leben teilzuhaben. Dabei fällt uns immer wieder auf, dass vor allem Zuwanderinnen schlechtere Chancen für ein selbstbestimmtes Leben haben. Dies überträgt sich leider oft auf deren Töchter. Viele unserer Angebote sind daher für Frauen bestimmt, die die Rolle der Frau in unserer Gesellschaft nicht kennen und unsicher sind, was die Erziehung ihrer Kinder angeht, vor allem der Töchter. Sowohl Mütter als auch Töchter wollen selbstständiger werden und sich mehr zutrauen. Durch den Sonderfonds „Mehr Mut zum Ich“ haben wir nun die Möglichkeit genau hier anzusetzen. Unser Ziel ist es, Mädchen in ihrer Entwicklung zu fördern und in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken. Sie sollen Handlungskompetenzen erkennen und erfahren. Nur so können gleichberechtigte Teilhabe von Mädchen und Frauen mit und ohne Migrationshintergrund stattfinden und die Voraussetzungen für ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben geschaffen werden.

Unser Konzept

Durch ein ganzheitliches Konzept werden wir eine Gruppe von 10-12jährigen Mädchen aus Filderstadt, mit und ohne Migrationshintergrund, in ihren individuellen Fähigkeiten stärken, damit sie selbstsicherer aufwachsen und lernen, mit Herausforderungen besser umgehen zu können. Ein Baustein des Projektes ist die Biographiearbeit, die den Mädchen ihre Ressourcen und Stärken näherbringt. Sie lernen ihre eigenen Interessen stärker zu artikulieren und die Möglichkeiten ihrer Durchsetzung einzuschätzen. Durch die UN-Kinderrechtskonvention und die Arbeit des Deutschen Kinderhilfswerks e.V. lernen sie auch ihre Rechte kennen.

Ansprechpartnerinnen für diese jungen Mädchen sind in erster Linie 16-18jährige Mädchen überwiegend mit Migrationshintergrund, die am Anfang des Projektes als Lotsinnen ausgebildet werden. Sie begleiten die jüngeren Mädchen und entwickeln zusammen mit ihnen Aktivitäten, die gemeinsam umgesetzt werden. Die 10-12jährigen sind untereinander gleichberechtigt und ihre Mitarbeit in der Gruppe wird von den Lotsinnen gefördert. Sie fühlen sich durch die Lotsinnen verstanden, in ihrer Sprache angesprochen. Das schafft Vertrauen und baut Ängste ab. Sie machen positive Erfahrungen bezüglich ihrer Mitbestimmungsrechte und lernen ihre Wünsche zu äußern. So vorbereitet werden sie selbstwirksamer und können die Pubertät besser bewältigen.

Die Rolle der elterlichen Erziehung darf dabei nicht außer Acht gelassen werden. Durch die Funktion als Rollenmodell beeinflussen Eltern die Entwicklung des Selbstwerts ihrer Kinder. Dabei orientieren sich Söhne überwiegend an den Vätern und Töchter an den Müttern. Wichtig ist uns in diesem Zusammenhang die Stärkung der Mütter. In Workshops werden sie mit ihren Stärken und Ressourcen vertraut gemacht und sie lernen starke Vorbilder für ihre Töchter zu sein.

Interessierte Mädchen und Mütter
sind bei INTEGRA
herzlich willkommen !

Nachhaltigkeit des Projektes

Wie bei allen Projekten wurde auch hier die Dimension der Nachhaltigkeit berücksichtigt. Die von uns ausgebildeten Lotsinnen können nach Projektende weiterhin eingesetzt werden und weitere Lotsinnen sollen ausgebildet werden. Unter anderem planen wir, den jüngeren Mädchen nach und nach die Möglichkeit zu geben, von „Gelotsten“ zu Lotsinnen zu werden im Sinne eines Generationenwechsels.

Die Bindung der Migranten- und Flüchtlichgsfamilien, die zu INTEGRA kommen, spielt ebenfalls eine große Rolle, sowie Kooperationen innerhalb unseres Netzwerkes. Dieses beinhaltet lokale und regionale Behörden, schulische und außerschulische Bildungs- und Kultureinrichtungen, viele unterschiedlich ausgerichtete Vereine und zahlreiche Mentoren/innen, Brückenbauer/innen, Ehrenamtliche und treue Besucher/innen des INTEGRA-Zentrums.